Drei Tage Dreharbeiten
In der letzten Woche war es endlich soweit: Von Dienstag bis Donnerstag befand sich die Film Crew nach langer Planung in Wiesbaden. Schon 2008 begannen die Gespräche zwischen dem Regisseur Alexander B. und mir. Der Gedanke ein Interview vor einer Kamera geben zu müssen und sei es auch nur wenige Minuten lang, behagte mir recht wenig. Gerade bei der Thematik "Hacker" versuchten die meisten Dokumentationen bisher einen Mythos zu erschaffen, welcher die Vorurteile eher noch verschärfte anstatt sie zu entkräften. Nach vielen Telefonaten, Emails und sogar einem Treffen auf dem 25c3 entschloss ich mich jedoch dazu es zu wagen.
Das Konzept wirkte schlüssig und Alex hat viel Zeit damit zugebracht sich mit der Thematik realistisch zu beschäftigen. Der Film steht unter dem Titel "Hacker - Zwischen Utopie und Terrorismus" und ist auf der Seite Hoferichter & Jacobs als Projekt eingetragen. Erscheinen soll der (Dokumentar)Film noch dieses Jahr. Auf die fertige Fassung sind wohl nicht nur die Protagonisten gespannt, sondern auch all jene, welche sich dieser Szene in irgendeiner Form zugehörig fühlen und wahrscheinlich genau wie ich von den bisher veröffentlichten Dokumentationen eher genervt als begeistert waren.
Begonnen haben die Dreharbeiten am Dienstag Abend und fanden ihren Abschluss kurz nach Mittag am Donnerstag. Am ersten Tag wurde in Frankfurt (am Main) bei einem Konzert gefilmt, was so manchen Besucher sehr genervt reagieren ließ, da wir auf der Gästeliste standen und somit die Warteschlange für uns keine Bedeutung hatte. Am Mittwoch wurde von Morgens bis Abends gedreht, fast ausschließlich in Frankfurt, am Ende schließlich wieder in Wiesbaden. Meine Energie war nach einem recht langen Interview und stundenlangen Dreharbeiten schon recht angeschlagen. Seinen Höhepunkt und auch das Ende fand die ganze Aktion am Donnerstag an einem ruhigen Ort, der mitten im Nirgendwo liegt, zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz. Mehr möchte ich hier noch nicht verraten und weiß auch selbst nicht im geringsten, welche der Aufnahmen im Film verwendet werden.
Alles in allem eine interessante Erfahrung, die ich bisher nicht bereue und froh bin sie gemacht zu haben. Hoffentlich erfüllt der Film die Erwartungen vieler Leute an eine realistische Darstellung einer Szene, welche von den Medien immer wieder dazu missbraucht wird hohe Einschaltquoten zu erzielen. Die Leidtragenden sind am Ende die Leute, welche sich mit einer Thematik versuchen auseinanderzusetzen, welche von der Öffentlichkeit kriminalisiert wird.

