CreativeChaos
Am Samstag, dem 25.04.2009, fand im mittlerweile fertig gestellten Keller der Kreativfabrik Wiesbaden die erste "CreativeChaos" Party statt. Unter dem Motto "Freie Musik für freie Menschen" wurde für eine Veranstaltung geworben, welche größtenteils von Liedern belebt wurde, die unter der Creative Commons License zur Verfügung gestellt werden. Gesang war zwar Mangelware, dafür gab es eine ganze Reihe verschiedener elektrischer Kompositionen.

Für mich war es die erste Party, welche ich in der Kreativfabrik besuchte und so beobachtete ich das Geschehen erst einmal einige Zeit, um schließlich viele interessante Gespräche mit mir bisher fremden Personen zu führen. Ein klarer Vorteil der Veranstaltungen in der Kreativfabrik ist nicht nur die alternative Atmosphäre, welche den gesamten Kulturpark umgibt, sondern auch die Nähe zum Schlachthof Wiesbaden und der 60/40 Bar. Aufgrund des freien Eintritts zog es einige Interessierte zu CreativeChaos, welche schließlich positiv überrascht wurden und die Nacht dort verbrachten.
Die Party ging in den frühen Morgenstunden des letzten Wochentages zu Ende, mit ruhiger Musik und entspannten Gesprächen. Jedem Interessierten kann ich nur raten sich die Webseite creative-chaos.org durchzulesen und es zu wagen. (Ein Blick auf kreativfabrik-wiesbaden.de wird sicherlich auch nicht schaden!)
Tanzverbot im Mainzer KUZ
Die wohl schlechteste "Dark-Wave-Party" aller Zeiten durften Besucher des Mainzer Kulturzentrums (KUZ) vor einer Woche erleben. Im Abstand von zwei Wochen bietet das KUZ eine der letzten großen und regelmäßigen Veranstaltungen im Raum Wiesbaden/Mainz mit Fokus auf die "schwarze Szene". Letzten Samstag war alles ein wenig anders.
Kaum erreichte ich den Eingang, fielen sofort einige Warnschilder auf, die nicht nur auf mich wie ein schlechter Scherz wirkten. In großer roter Schrift verkündete der Veranstalter: "ACHTUNG TANZVERBOT". Grund war ein Gesetz des Landes Rheinland-Pfalz, welches es untersagt an kirchlichen Feiertagen (oder war es doch nur die Zeit um Ostern?) zu tanzen... (Staat und Religion sollten einfach nicht vermischt werden!)
Nachdem die Sicherheitskontrolle endlich überwunden war, begleitete einen die ganze Zeit ein Running Gag. Kaum fing jemand an sich der Musik entsprechend zu bewegen, schallte es von irgendwem "Hör auf zu Tanzen! Das ist gegen das Gesetz!". In der großen Halle war selbst um Mitternacht noch erdrückende Langeweile angesagt. (Was wohl auch daran lag, dass der DJ die schlechtesten Lieder auflegte, der er finden konnte!)
Der Abend nahm schließlich immer bizarrere Formen an. Einer meiner Vorschläge war das Lied "Tanz die Revolution" zu spielen. Vorschläge wie etwa Tanzen als Hustenanfall zu tarnen folgten. Manche Gruppen setzten sich schließlich gefrustet auf die Tanzfläche. Mit einer Bekannten diskutierte ich derweil, ob es legal sei, wenn man sich gegen den Rhythmus bewege, da dies der deutschen Definition von Tanz eindeutig widersprechen würde. Zu dem Zeitpunkt glaubte ich langsam daran, dass das Schlimmste bald überstanden sei und verließ die Halle kurzfristig, um eine Zigarette zu rauchen. Aber schlimmer geht immer!
Vor der Halle stand eine Gruppe Personen in Uniform mit der Aufschrift "Ordnungsamt". Und diese wurden ihrem Ruf gerecht, dass sie von Logik befreite Richtlinien strikt durchsetzen. So dauerte es auch nicht lange bis die ersten Personen der "Party" verwiesen wurden, da sie sich zu den (schlechten) Liedern rhythmisch bewegten.
Ein merkwürdiges Detail zum Schluss: Die letzten 30 Jahre seit Bestehen des Gesetzes wurde dies wohl nicht sonderlich beachtet. Seit kurzem jedoch plant die FDP in Rheinland-Pfalz das KUZ zu schließen. Also jene Partei, welche auf Kultur keinen Wert legt und besonders wenig auf solche, welche nicht dem Mainstream entsprechend ist.


